Fortbildung zum END OF LIFE Companion

Die Gefährtinnenakademie erweitert ihr Spektrum um die Fortbildung zum END OF LIFE Companion / Gefährte*in am Lebensende.

Fortbildung zum "End of Life Companion"

„Die wichtigste Stunde ist immer jetzt.
Der wichtigste Mensch ist der, vor dem du stehst.“
  – Max Prosa

Begleitung am Lebensende beginnt mit dem Mut Mensch zu sein und der Fähigkeit, dem gegenwärtigen Moment und dem Menschen, der uns gegenübersteht, mit voller Aufmerksamkeit, Offenheit und liebevoller Zugewandtheit zu begegnen.

Auf diesem Verständnis basiert die Fortbildung zum END OF LIFE COMPANION. In vier Präsenzmodulen wird Schritt für Schritt erfahrbar, was es bedeutet, Menschen in einer existenziellen Lebensphase achtsam, klar und menschlich zu begleiten. Selbstreflexion sowie die Entwicklung eines eigenen, tragfähigen Begleitkompasses bilden das Fundament des gemeinsamen Lernweges.

Präsenz, Offenheit und Vertrauen sind wesentliche Grundlagen jeder Begleitung am Lebensende. Die Fortbildung lädt dazu ein, den eigenen Umgang mit Sterben, Abschied und Vergänglichkeit zu reflektieren und gesellschaftliche Prägungen zu hinterfragen, die den Zugang zur eigenen inneren Weisheit oft überlagern. So können natürliche Fähigkeiten wieder bewusster wahrgenommen, vertieft und gestärkt werden.

Lernen auf zwei Ebenen

Spirituelle und konfessionsfreie Aspekte sind integraler Bestandteil aller Kursinhalte. Eine nicht wertende Haltung gegenüber dem individuellen Ausdruck der begleiteten Menschen bildet dabei den roten Faden des gesamten Lernprozesses.

In der didaktischen Gestaltung greifen zwei Ebenen kontinuierlich ineinander: fachliches Wissen und persönliche Entwicklung. Inhalte werden immer wieder mit der eigenen Haltung, Wahrnehmung und Rolle als Begleitende in Beziehung gesetzt. So entsteht ein Lernprozess, der Verstehen und Verkörpern verbindet.

Die Fortbildung ist sowohl Wissenserweiterung als auch ein Weg der Rückverbindung – zu einer zutiefst menschlichen Fähigkeit, einander in existenziellen Übergängen beizustehen.

Umfang

Die Fortbildung umfasst 80 Unterrichtseinheiten in Präsenz sowie 40–60 Stunden Eigenarbeit. Diese erfolgt insbesondere im Selbststudium anhand empfohlener Literatur, die das in den Modulen Erfahrene vertieft und weiterführende Zugänge eröffnet. Insgesamt ergibt sich daraus ein Umfang von etwa 120–140 Stunden.

Module

Leben und Sterben im größeren Zusammenhang
Wir wenden uns dem Leben und seiner Endlichkeit zu und öffnen den Blick für größere Zusammenhänge. Dabei entsteht Raum, sich selbst darin zu verorten und dem Unvermeidlichen mit mehr innerer Sicherheit zu begegnen. Klarheit, Präsenz und ein Gefühl von Eingebundensein können sich dabei Schritt für Schritt entfalten.
Eines unserer wichtigsten Anliegen ist es, die Erhaltung der Würde eines Menschen in den Mittelpunkt der Begleitung zu stellen. Dazu gehört das unbedingte Zurückstellen von erlernten Wertungen.

Trauer begleiten:
Trauer wird hier als Teil des Lebens verstanden – als Ausdruck von Verbundenheit.
Wir erkunden, wie unterschiedlich sich Trauer zeigt und zeigen darf, wie Räume für Abschied und Trost entstehen und wie Übergänge achtsam gestaltet werden können.
Rituale und Symbole können dabei zu einer stillen Sprache werden, die trägt und Orientierung gibt.

Resilienz- und Ressourcenarbeit
Der Blick richtet sich auf das, was trägt – innerlich, zwischenmenschlich und existenziell.
Ressourcen werden wahrgenommen und gestärkt, nicht um Belastung zu vermeiden, sondern um ihr begegnen zu können. Körper und Sinne werden dabei bewusst als Zugänge einbezogen, um Halt, Vertrauen und Stabilität zu fördern.

Kommunikation am Lebensende
Im Mittelpunkt steht eine Form der Begegnung, die vom Zuhören und Verstehen getragen ist.
Es geht darum, Gespräche in Offenheit und Empathie zu gestalten, auch dort, wo Worte fehlen oder an ihre Grenzen stoßen. Ängste, Bedürfnisse und Hoffnungen dürfen sichtbar werden – ebenso wie Wünsche für das Lebensende.

Orientierung geben – innen und im Außen
Orientierung entsteht dort, wo innere Klarheit und äußere Schritte zusammenfinden.
Wir erkunden, wie Lebensgeschichten gewürdigt und Entscheidungen achtsam begleitet werden können.Dabei wird Selbstbestimmung gestärkt und der eigene Abschied bewusst gestaltbar – auch ganz praktisch: im Entwickeln eines persönlichen „Drehbuchs des Abschieds“ sowie in Fragen der Organisation und Gestaltung von Bestattung und Erinnerung. Auch sensible Themen wie assistierter Suizid, Sterbefasten oder der Wunsch nach einem selbstbestimmten, eigensinnigen Weg am Lebensende werden reflektiert.

Spiritual Care – Vertrauen schenken
Es öffnet sich ein Raum für das Wesentliche – jenseits von Konzepten und Vorgaben.
Sinnfragen dürfen auftauchen, spirituelle Ressourcen wahrgenommen werden.
Dabei wird der Mensch in seiner Ganzheit gesehen – körperlich, emotional, sozial und spirituell – und das, was als Schmerz oder Belastung erlebt wird, in seinem Zusammenhang verstanden.
Begleitung geschieht wertfrei, getragen von Vertrauen und dem Respekt vor dem individuellen Erleben.

Demenz begleiten
Wir nähern uns der Welt von Menschen mit Demenz, ohne sie korrigieren zu wollen.
Im Vordergrund steht das Verstehen ihrer Wirklichkeit und die Gestaltung von Beziehung jenseits von Orientierung.
Validierende Ansätze unterstützen dabei, Sicherheit, Kontakt und Vertrauen entstehen zu lassen.

Lebensraum Bett
Der Raum des Bettes wird als Lebensraum verstanden – als Ort von Erfahrung, Beziehung und Präsenz. Wir üben, uns in die Situation von Immobilität einzufühlen und Bedürfnisse wahrzunehmen.
Fürsorge, Atmosphäre und bewusste Gestaltung können dabei wesentlich zum Wohlbefinden beitragen.

Meine Rolle im System – sich verorten und verantwortlich handeln
Wir wenden den Blick auf die eigene Rolle im Gefüge von Familie, Zugehörigen sowie Hospiz-, Palliativ- und Pflegekontexten.
Dabei entsteht ein Verständnis dafür, wo Begleitung trägt, ergänzt und wo ihre Grenzen liegen. Ein klares Rollenbewusstsein ermöglicht es, stimmig im Zusammenspiel mit anderen zu handeln und Verantwortung zu übernehmen, ohne sich selbst zu überfordern.
So kann Begleitung Halt geben und zugleich Teil eines größeren Ganzen sein.

AN WEN RICHTET SICH DIE FORTBILDUNG?

Die Fortbildung richtet sich an Menschen, die sich den Themen Sterben, Abschied und menschliche Begleitung mit Offenheit, Verantwortung und Tiefe widmen und dabei auch persönlich wachsen möchten – beruflich und persönlich. Sie ist für Menschen, die ihre eigene Haltung zu existenziellen Fragen vertiefen, mehr Sicherheit in der Begleitung anderer gewinnen oder sich beruflich neu in diesem Feld orientieren möchten.

Willkommen sind auch Doulas, Hospizbegleiter:innen, Menschen aus Pflege und Gesundheitswesen, Coaches sowie Fachpersonen aus Beratung, Therapie und Begleitung.

Die Tätigkeit als END OF LIFE COMPANION erfolgt ausdrücklich nicht-medizinisch und nicht-therapeutisch und versteht sich als ergänzende Begleitung im Zusammenspiel mit bestehenden Versorgungsstrukturen.

TERMINE – IN PRÄSENZ

Freitag, 22. bis Sonntag, 24.01.2027
Freitag, 05. bis Sonntag, 07.03.2027
Freitag, 23. bis Sonntag, 25.04.2017
Freitag, 02. bis Sonntag, 04.07.2027

Freitags jeweils von 13:00 – 18:00 Uhr

Samstags jeweils von 09:00 -18:00 Uhr

Sonntag von 09:00 -17:00 Uhr

KOSTEN

2.480 € pro Teilnehmer:in

Earlybird: 2.280 €,

jeweils incl. Snackverpflegung tagsüber

AUSBILDUNGSORT

Mahatma Yogastudio in Gröbenzell (bei München)

Danziger Str. 1, 82194 Gröbenzell

ANMELDUNG

Kontakt und Koordination: Erika Schießl

www.gefaehrtinakademie.de

info@gefaehrtinakademie.de

Info Zoom:

16.08.2026 – 19:00 Uhr

01.10.2026 – 19:00 Uhr

Anmeldung unter info@gefaehrtinakademie.de

>>> Anmeldung zum Download

 

ÜBER UNS

Sabine von Stackelberg | www.neu-denken-coaching.de

Sabine von Stackelberg

Entwicklungsbegleitung – dieses Leitmotiv zieht sich wie ein roter Faden durch mein gesamtes Berufsleben. Früh waren es meine sehr viel jüngeren Schwestern, dann eigene und als Lehrerin fremde Kinder, die ich in ihrer Entwicklung begleitete. Familienplanung, berufliche Entwicklung und Krisen in allen Lebensphasen – all diese Themen waren und sind Bestandteil meiner Coachings und Beratungen.  Seit etwa 14 Jahren gehört auch das Lebensende zu meinem beruflichen Feld. Die Themen Trauer, Bestattung, Krankheit, Sterben und Tod sind seitdem fester Bestandteil meines beruflichen Alltags und haben meine Perspektive aufs Leben nachhaltig verändert.

„Wie hältst du das nur aus?“ – diese Frage begegnet mir oft. Meine Antwort: Ich halte es sehr gut aus, denn in kaum einem anderen Bereich erlebe ich eine solch tiefgehende Menschlichkeit. Diese Erfahrungen erfüllen mich, bereichern mein Leben. Sie schenken mir Mut und Inspiration neue Wege zu gehen. Indem ich existenziellen Themen Raum gebe, öffnet sich für mich ein intensiveres Erleben von Leben.

Selbstbestimmung und Eigensinn bilden den Kern meines Wirkens. Für mich bedeutet Eigensinn der Sinn für das ganz Eigene – die innere Stimme, die Orientierung gibt und authentisches Handeln ermöglicht. Menschen darin zu unterstützen, mit dieser inneren Quelle in Kontakt zu kommen, ist mir ein besonderes Anliegen.

Seit mehr als 30 Jahren arbeite ich als Beraterin und Coach. Geprägt haben mich dabei nicht nur vielfältige Aus- und Weiterbildungen in den Bereichen Coaching, Beratung, Trauerbegleitung, systemische Therapie und humanistische Psychologie, sondern vor allem die Schule des Lebens selbst. Meine vier erwachsenen Kinder gehören zu meinen größten Lehrmeisterinnen und Lehrmeistern. Durch sie und viele andere Begegnungen habe ich gelernt, dass Lebenswege selten geradlinig verlaufen und dass Widersprüche zum Menschsein und zur Entwicklung dazugehören. Im achtsamen Umgang mit dieser Widersprüchlichkeit finde ich nicht nur Gelassenheit, sondern auch jene lebendige Vielfalt, die persönliches Wachstum erst möglich macht.

Ausbildungen und Weiterbildungen u. a. in: Sterbebegleitung, Bestattungsberatung, Trauerbegleitung, systemischer Familientherapie, systemischem Coaching, Transaktionsanalyse, Gestaltpädagogik, Gesundheitscoaching und Stressmanagement.

Nadja Paul | www.me-and-u.de

Nadja Paul

Mit Offenheit, Präsenz und Neugier begleite ich seit 2018 Menschen in den großen Übergängen des Lebens. Mein Weg begann als Doula in der Begleitung von Schwangerschaft und Geburt und führte mich später auch zur Begleitung von Menschen am Lebensende. In den beiden großen Abenteuern des Lebens liegt für mich der Zauber des Daseins, die Kraft zur Transformation und die Erfahrung bedingungsloser Liebe. In beiden begegnen mir auch dieselben Fragen nach Verbundenheit, Vertrauen, Loslassen und dem Danach.  Und in beiden Momenten bedarf es oftmals der gleichen Worte: „Du darfst loslassen“, „Du machst das wunderbar“, „Es ist alles gut“.

Aus diesen Erfahrungen speist sich meine Überzeugung, dass Übergänge dort leichter gelingen, wo wir uns gesehen, verstanden und begleitet fühlen und wie wir getragen werden von Menschen, die uns mit Verständnis und Liebe begegnen und uns auf emotionaler, praktischer und spiritueller Ebene zur Seite stehen- auf der Ebene des Menschseins.

Schon früh faszinierte mich das Verbindende. Mein Studium der Kulturarbeit hat diesen Blick vertieft und mein Interesse für die Geschichten, Beziehungen und Entwicklungsmöglichkeiten von Menschen und Organisationen zur Leidenschaft gemacht. Viele Jahre war ich in den Bereichen Kommunikation, Organisationsentwicklung und Kulturtransformation tätig. Mit der Geburt meiner Kinder verlagerte sich mein Fokus zunehmend auf die Begleitung von Menschen in den großen Übergängen des Lebens, erst am Lebensanfang und nun auch am Lebensende.

Die Individualpsychologie nach Alfred Adler, meine Ausbildung zur Sterbebegleiterin und das buddhistische Verständnis von Ursache und Wirkung haben meine Begleiterhaltung wesentlich geprägt. Ebenso die Erkenntnis, dass alles Leben Wandel und Vergänglichkeit unterliegt und wir gerade darin lernen können, mit mehr Präsenz, Mitgefühl und Verbundenheit zu leben. Sie bestärken mich in dem Vertrauen, dass jeder Mensch seinen eigenen Weg geht und Entwicklung dort entsteht, wo wir uns mit Offenheit, Mitgefühl und Vertrauen begegnen- für Hinterbliebene auch über den Tod eines geliebten Menschen hinaus.

Mit der Fortbildung END OF LIFE Companion möchte ich einen Beitrag dazu leisten, Tod und Sterben wieder als selbstverständlichen Teil des Lebens zu begreifen. Sie richtet sich an Menschen, die lernen möchten, andere in Zeiten von Abschied, Verlust und Wandel bewusst, frei und mitfühlend zu begleiten. Für mich liegt darin ein besonderer Ausdruck von Menschlichkeit.

Ich freue mich auf Interessierte, die sich mit Offenheit und Neugier auf diese besondere Reise einlassen möchten. Denn wo sich unser Herz für den Tod öffnet, öffnet es sich oft auch weiter für das Leben.

Ausbildungen und Weiterbildungen u. a. in: Geburtsbegleitung (DiD e.V.), Sterbebegleitung, Trauerarbeit, Individualpsychologie, Coaching, Kundalini-Yoga für Schwangere, Kulturtransformation

Koordination

Erika Schießl

Erika Schießl

verheiratet, vier Erdenkinder, zwei Himmelskinder und 5 Enkelkinder

Doula, Kundalini Yogalehrerin, Ausbilderin für Doulas und angehende YogalehrerInnen, Sterbegefährtin und Gongspielerin.

www.yogadoula.de

www.gefaehrtinakademie.de

Ich schätze es sehr, Menschen in allen Lebensabschnitten begleiten zu dürfen; nährenden, aufrichtigen Austausch zu pflegen, mich zu verbinden; Yoga, Massage, Natur, Tiere, Gemeinschaft und freies Tanzen liebe ich sehr.

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